Freitag, 11. November 2011

Schön das alte Teil wieder gefunden zu haben

Kevin Coyne, der ja bekanntlich ein Ausnahmekünstler war, leider von uns gegangen ist, hat sich bei noch so jedem kleinen Gig die Seele aus dem Leib gesungen. Und der Mann hatte Seele. Das er in seinem Heimatland GB nie bekannt wurde lag wohl auch an seiner großen Liebe die ihn erstmal nach Ulm gezogen hat.
Er hatte diverse freiwilige Aufenthalte in Psychatrien, woher auch sein Album "House on the hill" abstammt, wenn man das so sagen kann.
Viele kennen ihn nur durch John Peels geile Radiosendung auf BFBS, (was es leider alles nicht mehr gibt), aber er hatte in Deutschland eine treue Fangemeinde.
Mich erinnert gerade das Album Politicz an meinen verstorbenen Bruder, der mich an Kevin heran geführt hat und zwar mit diesem Album. Erst dachte ich, als ich die elektronischen Sachen hörte :"Hä? Was ist´n mit meinem Bruder los?", aber der Mix der Platte ist so geil. Stücke wie "Flashing back" oder "Holiness" stehen in so starkem Kontrast zu "Tell the truth" oder "Banzaai" das es fast weh tut. Und das ist gut so. Das wollte Kevin wohl auch so. Mein Bruder war Lebenskünstler, Musikliebhaber und vor allem aus politischer Sicht eher sehr link, gewaltfreier Punk und hat sein Leben so geIebt, allen Schwierigkeiten zum Trotz. Auch er war Künstler, Musiker, Lebenskünstler. Er und Kevin hätten sich super verstanden, aber leider hatte ich nur einmal kurz das vergnügen Kevin in einer Ex-Szene-Kneipe "Weisser Bär" nach einem gigantischen Konzert kennen zu lernen. In allen  Ehren, was Kevin an Tonträgern, Bildern und auch Schriftstücken hinterlassen hat ist Wahsinn. R.I.P. Kevin Coyne